Warum eigentlich ein stARTcamp Münster?

IMG_1212Am 29. März findet das erste Mal ein #stARTcamp in Münster statt. Einen Monat vorher finde ich die Zeit endlich auf die Gründe einzugehen, warum eigentlich. Warum machen wir uns „ehrenamtlich“ soviel Arbeit und Mühe eine Veranstaltung nach Münster zu holen, die es doch woanders schon gibt? Und was soll dann eigentlich passieren? Kurz und kompakt habe ich bereits mit Christian Henner-Fehr darüber gesprochen.

Die Gründe für das Warum sind selbstverständlich bei drei Leuten im Team vielfältig, aber wir sind uns einig, dass Münster bzw. das Münsterland viele großartige Kultureinrichtungen beherbergt, so dass es sich lohnt direkt vor Ort ein stARTcamp zu veranstalten. Dadurch fallen Fahrtwege und –zeiten weg und es gibt eigentlich keine Entschuldigung mehr, nicht teilzunehmen. Und auch die Nutzung von Social Media ist bei den Institutionen hier nicht unbedingt übermäßig verbreitet. Das legt fehlendes Know-How, neben Aspekten wie fehlender Zeit und fehlenden Mitarbeitern nahe. Die beiden letzteren Punkte lassen sich definitiv durch das richtige Know-How ausgleichen, nicht vollständig, aber zu einem großen Teil. Um sich dieses auf eine einfache Weise aneignen zu können, gibt es die stARTcamps.

Durch meine eigene Arbeit im Museum weiß ich wie schwer es ist, manchmal das Wesentliche und das Sinnvolle in der Arbeit mit den Sozialen Medien zu sehen, wenn man sich immer wieder rechtfertigen muss, was das soll und wohin das eigentlich führt. Wie in allen Bereichen gibt es nicht sofort messbare Erfolge, vor allem keine zusätzlichen Einnahmen, denn die Arbeit ist eine langfristige und dient zur Kommunikation mit den Besuchern, nicht zum Generieren von Geldern.

Mein erster eigener Besuch auf einem stARTcamp (München 2012) war deshalb ein wahnsinnig tolles Erlebnis. Ich habe in den Sessions nicht nur sehr viel Neues gelernt, sondern auf Anhieb eine ganze Schar Kollegen getroffen, die sich auf die eine oder andere Art mit den gleichen Fragen, Problemen und auch Erfolgen herumschlagen. Der Tag in München kam mir deshalb viel zu kurz vor. Selbst nach dem anschließenden Essen mit den Veranstaltern und weiteren „stARTcampern“ hätte ich noch soviel besprechen und fragen können. Nach diesem anregenden Tag stand für mich fest, dass ich die stARTcamps in Zukunft fest in meinen Terminplan schreibe und mindestens die in NRW nicht mehr auslassen werde. Im Internet passiert schließlich ständig soviel, dass die Themen für die jeweiligen Sessions wohl bis auf Weiteres nicht ausgehen werden, so dass sich drei stARTcamps im Jahr locker ohne Wiederholungen besuchen lassen.

Im Unterschied zu einer klassischen Konferenz folgt das stARTcamp dem amerikanischen Barcamp-Prinzip und wendet sich bewusst von einer starren, teils ermüdenden Vortragenden-Zuhörer-Trennung ab. Ziel ist eine partizipatorische, offene Tagung, die sich ganz nach den Bedürfnissen ihrer Teilnehmer richtet. Jeder hat die Möglichkeit eine Session zu seinem Wunschthema anzubieten. Welche Sessions tatsächlich stattfinden, entscheidet das Plenum morgens gemeinsam.

Beim stARTcamp steht schließlich der Austausch im Vordergrund, der im regulären Arbeitsalltag nicht möglich ist oder oft untergeht, weil soviel zu tun ist. Hier hat man also endlich die Möglichkeit Fragen zu stellen, Antworten zu bekommen und sich mit Profis über das Social Web und all seine Tücken auszutauschen. In den Session, aber auch in der Zeit dazwischen. Die Vortragenden sind jenseits ihrer Sessions einfach Teilnehmer und dadurch leicht anzusprechen. Und bei einer Zahl von 15-20 Sessions sollte für jeden genau das Richtige dabei sein und im Zweifel macht man einfach selbst eine, wenn einem ein bestimmtes Thema am Herzen liegt.

Ich werde zum Beispiel anbieten über das virtuelle Projekt „Museum 24/7“ vom LWL zu sprechen, dass ich am LWL-Museum für Kunst und Kultur betreue. Ich möchte das Projekt vorstellen und verspreche mir davon eine anregende Diskussionsrunde über das Potenzial und die Möglichkeiten virtueller Ausstellungen. Projekte dieser Art stehen immerhin noch in den Kinderschuhen und es gibt viele Wege sowas anzugehen. Besonders spannend fände ich es natürlich, wenn Teilnehmer da sind, die vielleicht bereits an ähnlichen Projekten arbeiten und ebenfalls von ihren Erfahrungen berichten können. Wer weiß welche Querverbindungen sich plötzlich ergeben?!

Es sind darüber hinaus auch schon weitere Sessionvorschläge eingegangen. Anke von Heyl, ihres Zeichens Kunstvermittlerin, möchte über die sinnvolle Nutzung von Twitter im Museum sprechen. Da Twitter in vielen Museen noch nicht selbstverständlich ist oder eben noch nicht für die Vermittlungsarbeit genutzt wird, sicherlich eine tolle Idee und eine lohnenswerte Session. Die Sessions, die ich bisher bei Anke mitgemacht habe, waren immer ein absolutes Erlebnis mit Gute-Laune-Garantie, dass immer die eigene Kreativität zum Vorschein gebracht hat.

Ein weiteres Angebot wird eine Session zu Social Media & Recht sein. Für juristische Laien ja oft ein eher undurchsichtiges Thema und leider noch nicht so klar geregelt. Was man beachten sollte und welche Fallen es im Netz gibt, darüber möchte Jutta Löwe mit uns am 29. März sprechen.

Das ist eine erste Auswahl von möglichen Sessions beim ersten stARTcamp Münster, an der bereits klar wird, wie vielschichtig die Sessions sein werden. Vorschläge können uns jederzeit gemailt werden und wir erweitern dann direkt die Vorschlagliste.

Text: Michelle van der Veen / Foto: Judith Frey

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One Response to Warum eigentlich ein stARTcamp Münster?

  1. Pingback: Das stARTcamp 2015 | startcampmuenster

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